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Donnerstag, 11. November 2010

Keine neuen Heime mehr! Innsbruck und das neue Wohnheim O-Dorf

„Die Leitung nannte es schon lange nicht mehr Altersheim, aber natürlich war es das und nichts anderes. Sie dachten sich ständig neue Wörter aus, damit es besser klang, aber sie waren nun einmal alte Menschen, die zusammengepfercht wurden und in den meisten Fällen auf den Tod warteten. „ (aus: Johan Theorin, Öland, 2009/32)

Die Ansage „Keine neuen Heime mehr!„ wird in der politischen Debatte immer noch als sozialromantische Idee der Grünen abgetan. Inzwischen - und das werden Für Innsbruck, ÖVP und SPÖ nicht müde zu betonen - sollten auch wir Grüne wissen, dank des medialen Blicks auf dieses Thema, dass der Pflegenotstand zwar noch nicht ausgebrochen, aber die Prognosen aufgrund der demografischen Entwicklung düster sind. Die einzige Antwort kann daher nur lauten: Heime bauen, und die sind erst ab 100 Betten „wirtschaftlich zu führen“.

Ja, die demografische Entwicklung ist eine Tatsache. Tatsache ist auch, dass trotz des Wegfalls des Kinderregresses in Tirol immer noch ein überwiegender Teil der unterstützungs- und pflegebedürftigen Menschen, nämlich fast 80% auch in der Stadt Innsbruck, von ihren Angehörigen betreut werden. Tatsache ist auch, dass ein ebenso überwiegender Teil der Menschen zu Hause alt und bei Bedarf gepflegt werden möchte. Tatsache ist weiters, dass die öffentliche Hand ein Netz an verschiedenen Betreuungs- und Finanzierungsmöglichkeiten bereitstellen muss. Die schleichende Verlagerung dieser Aufgabe auf den Einzelnen (zB Streichung der Pflegestufen 1 und 2) begünstigt dagegen die Massenpflege auf der einen Seite und die individuelle 24h-Luxusbetreuung auf der anderen.

Als Grüne bin ich mittelfristig für die Herstellung einer echten Wahlfreiheit. Diese haben wir im Bereich der Pflege noch lange nicht erreicht. Ob Heim oder nicht entscheidet oft genug nicht der Einzelne, sondern zB das begrenzte Ausmaß an vorhandener und finanzierbarer mobiler Unterstützung. Langfristig muss für pflegebedürftige Menschen gelten, was sich Menschen mit Lernschwierigkeiten schon erkämpft haben: Sonderschulen gelten per UN-Konvention als menschenrechtswidrig. Dh die Absonderung von Kindern mit besonderen Bedürfnissen in eigene Anstalten ist ab dem nächsten Jahr verboten. Ebenso betrachte ich die Absonderung pflegebedürftiger Menschen in eigene Bettenburgen als menschenrechtswidrig, als nicht natürlich. Das ist keine sozialromatische Vision, sondern im Gegenteil erprobter Alltag zB nur 2 Stunden Fahrt von Innsbruck Richtung Westen: in Ludesch in Vorarlberg.

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Renate Krammer-Stark - innsbruck.gruene.at