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Mittwoch, 10. Oktober 2012

Ich liebe Tiere ...

... aber Robben sind mir grundunsympathisch - ehrlich! Wieso? Oder besser, seit wann? Seit ich weiss, dass Roboterplüschrobben gebaut werden, die Menschen in Altersheimen gegen die Einsamkeit helfen sollen. Sie wackeln mit der Flosse, zwinkern mit den Augen, nur schnurren können sie nicht. Und das sollen sie auch nicht, immerhin werden ja gerade Robben gebaut und keine Katzen oder Hunde, weil deren Körpersprache kennen die Menschen unserer Breiten nur allzu gut - dann wäre ja klar, dass das kein echter Hund ist ...! Angesichts dieses Betrugs weiß ich nicht, ob ich lachen, weinen oder wütend sein soll, eines ist aber klar: das Vieh hält uns einen Spiegel vor, der zeigt, wie verarmt unser Sozialverhalten ist. Lieber separieren wir alte und pflegebedürftige Menschen in eigenen Anstalten, bauen ihnen Heime auf dem neuesten Stand, anstatt ihnen eine dezentrale Struktur der Unterstützung zu bieten und Menschen, genug Menschen, die sich um sie kümmern!

Dienstag, 2. Oktober 2012

Lieber Peter P.!

Egal wie wertvoll und unverzichtbar deine Arbeit als Grüner Aufdecker ist, egal wer deshalb grad wen verfolgt, egal ob die Sache nun neu ist oder nicht - für mich als Sozialpolitikerin ist es unerträglich und beschämend, mich täglich mit den Sorgen Wohnungssuchender, Wohnungstauschwilliger und Wohnungsloser beschäftigen zu müssen und dann zu erfahren, dass du als Grüner Parlamentarier in einer "Sozialwohnung" lebst. Mir ist es herzlich egal, ob es nun um Skandalisierung der Sache, Einschüchterung deiner Person oder um eine Medienkampagne gegen dich geht - als Wohnungspolitikerin in einer der teuersten Städte Österreichs bin ich mit Themen wie Leerstandsabgabe, Mietzinsreduktion und nicht zuletzt Fehlbelagsabgabe konfrontiert. Wir Grüne stehen für etwas - für Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit im Denken und im Tun - hast du das vergessen? Und wenn du schon das Glück hattest, in eine städtische Wohnung einziehen zu können, die sicher kein Luxus ist, die aber trotzdem schon lange nicht mehr deinen Einkommensverhältnissen entspricht - warum zahlst du nicht wenigstens freiwillig eine angemessene, marktkonforme Miete? Oder ziehst aus ...

Sonntag, 5. August 2012

Sebastian Kurz entdeckt die Inklusion

Sebastian Kurz, unser nicht mehr ganz so frischer ÖVP-Integrationsstaatsekretär, der seinen Job ohne manipulierendes Vorwissen angetreten hat, ist in den USA, lese ich in der heutigen TT auf Seite 29. Dort will er sich jetzt quasi doch fortbilden und Infos dazu einholen, was Integration noch ist außer Deutschkurse. Angesichts der Zahlen allein von New York, das einen MigrantInnenanteil von 60% hat, die wiederum aus 193 Staaten kommen und 176 Sprachen sprechen, muss es ihm wohl regelrecht schwindlig geworden sein. Noch dazu, wo auf Ämtern außer Englisch auch noch Spanisch, Chinesisch, Koreanisch, Russisch, Italienisch und Kreolisch gesprochen wird. Aber was entdeckt er da? Dass "... ein Zuwanderer seine Wurzeln nicht ablegen muss und sich dennoch als Amerikaner fühlt. Dieses Selbstbewußtsein, dieser Nationalstolz, das ist etwas, wo wir gewinnen könnten." Als Grüner Integrationssprecherin, wenn auch nur der Innsbrucker Grünen, bleibt mir jetzt trotzdem die Sp... weg angesichts dieser Erkenntis. Was macht er im Parlament? Hört er nicht zu? Hat er es bisher nicht verstanden oder hat er sich etwa nicht getraut nachzufragen? Ich gebe ja zu, dass das Wort Inklusion ein sperriger Begriff ist, auch wenn diesen wir Grüne seit vielen Jahren immer wieder argumentieren. Denn genau das ist Integration - Inklusion. Jeder und jede muss mit ihrer Herkunft, der damit verbundenen Anschauungen und Sprache in einer inklusiven Gesellschaft die gleichen Bildungs- und Teilhabechancen haben wie jeder und jede ÖsterreicherIn deutscher Muttersprache. Gegenseitige Wertschätzung ist dazu eine Voraussetzung. Dafür setzen wir Grüne uns ein. Um das zu lernen, hätte Sebastian Kurz nicht in die USA zu reisen brauchen. Das hätte er schon früher lernen können - wenn auch nicht so medienwirksam - zugegeben.

Montag, 23. Juli 2012

Regieren ist ...

neu und aufregend! Dienstag vor einer Woche erreicht mich ein Anruf aus der BürgermeisterInnenkanzlei - ob ich am späten Nachmittag eine Rede in englischer Sprache vor Jugendlichen aus Israel und Palästina, Nord- und Südtirol halten könnte? Die "Rede" stellt sich als Begrüßung einer etwa 30-köpfigen Gruppe von 16-18-Jährigen heraus. Ich schreibe sie noch schnell um, weil über das städtische Wappen möchte ich nicht reden (womöglich kennen die Mädchen und Jungs den Begriff "coat of arms" so wenig wie ich), über den Erfolg dieser bereits 30-jährigen Initiative schon. Tatsächlich scheinen sich alle sehr gut zu verstehen, sie scherzen miteinander und lassen sich die Sachertorte nach dem Sightseeing schmecken. Meiner Begrüßung lauschen sie höflich, ich bekomme einen Kalender israelischer KünstlerInnen geschenkt. Der freut mich wirklich sehr! Danach wird vom Medienservice der Stadt ein Foto gemacht. Das wird aber erst veröffentlicht, wenn die Mädchen und Jungen wieder abgereist sind. Aha, denke ich mir, ob diese Sicherheitsvorkehrung nicht ein bisschen übertrieben ist ...? Heute höre ich vom Anschlag auf israelische Touristen in Bulgarien und bin bestürzt und beschämt und spüre eine Verantwortung dafür auf mir lasten, mit welcher Belastung diese Jugendlichen und ihre Eltern leben müssen. Schön, dass ihr da wart!

 (Foto: Rathaus Medienservice/Bellmann)

meet&dance 2012

Meet&dance gab es heuer bereits zum 6. Mal und war wieder ein großer Erfolg! Danke daher allen TänzerInnen und Tänzern, die dem begeisterten Publikum im Stadtsaal am Samstag, den 9. Juni ein breites und abwechslungsreiches Programm geboten haben!Nachdem wir jetzt die Erlaubnis aller Gruppen erhalten haben, die Fotos veröffentlichen zu dürfen, könnt ihr euch hier selbst einen Eindruck verschaffen - und nächstes Jahr vieleicht sogar selbst auf der Bühne stehen! Wir sind immer auf der Suche nach TeilnehmerInnen, egal ob SolotänzerIn oder Gruppe. Meet&dance 2013 ist - zumindest in unseren grünen Köpfen - bereits wieder in Planung!

Sonntag, 27. Mai 2012

Das Arbeitsübereinkommen der Ampel ist ...

... da und liest sich nicht nur gut, seine Realisierung wird sich auch gut anfühlen! Endlich wird die städtische Kinderbetreuung in den Kindergärten als Kinderbildung verstanden und damit - so wie die öffentliche Bildung in Österreich generell - kostenlos sein. Endlich gibt es trotz dieses Angebots das klare Bekenntnis zu privaten Kinderbetreuungseinrichtungen, die ebenfalls verstärkt gefördert werden. Endlich wird es für alte und pflegebedürftige InnsbruckerInnen eine Ausweitung der Wahlmöglichkeiten an verschiedenen Betreuungsmodellen wie der Integrierten Altenpflege geben, nicht nur die zwischen ambulant und stationär. Endlich wird ein Sozialplan geschrieben, in dem soziale Maßnahmen ebenso wie das Sozialamt evaluiert und weiterentwickelt werden. Endlich wird es in jedem Stadtteil eine Jugendarbeit geben. Endlich ist eine Gemeinsame Schule in greifbare Nähe gerückt. Endlich werden behinderte Kinder verstärkt in ihre Stadtteilschule gehen können. Endlich endlich endlich dürfen wir Grüne unsere Ideen verwirklichen!

Dienstag, 15. Mai 2012

Es ist vollbracht - juhuuu!!!

Die Ampel steht und Innsbruck wird neu regiert werden, ganz ohne ÖVP - was für ein gelungener Coup! Die vergangenen 4 Wochen waren aufregend und spannend, emotional und oft hart. Auch für mich persönlich - nein, nicht ich bin die neue Stadträtin für Stadtentwicklung, sondern mein Kollege Gerhard Fritz. Ich darf noch lernen und wachsen und habe dem schon Kollegen angekündigt, ihm auf den Fersen zu bleiben! Heute zählt das Gesamtwerk und wir Grüne sind bestens aufgestellt. Federleicht ist mir heute zumute, genauso federleicht, wie sich der schwere Sack ÖVP nach den Verhandlungen erwiesen hat. Die so lange so mächtige ÖVP war lediglich ein Sack voll Luft, inhaltlich und strategisch manövrierunfähig. Das meine ich ganz ohne Häme - nur grenzenlos verwundert angesichts der katastrophalen Selbstüberschätzung einer Partei, deren Erfolg allein einer einzigen Person zu verdanken ist und deren Machtanspruch ebenso nur an einer einzigen Person festgemacht wurde, weder an Inhalten noch an Wagemut und Teamgeist ... Die InnsbruckerInnen dürfen sich jetzt berechtigt einen frischen Wind im Rathaus erwarten, wir werden gemeinsam daran arbeiten, die Erwartungen zu erfüllen!

Sonntag, 29. April 2012

Heute gehts um Gelb/Grün - vor allem um Grün!

Liebe Innsbruckerinnen und Innsbrucker! Das Wahlrecht ist ein hohes Gut, eines, für das Männer und Frauen gestorben sind und immer noch sterben - wie erst letztes Jahr in den neuen Demokratien Nordafrikas und des Nahen Ostens. Bitte nehmt euer Recht wahr und geht wählen! Und dieses Mal habt ihr die Option auf eine tatsächliche Veränderung der Politik in unserer Stadt: mit uns Grünen in der Koalition wird es eine wesentliche und längst fällige Weiterentwicklung der Demokratie geben - nämlich ein Referat für BürgerInnenbeteiligung. Da geht es um viel mehr als nur die sogenannten "Volksabstimmungen", wo es immer nur um "ja" oder "nein" geht. Viele Fragen und Sachverhalte, auch in der Stadtpolitik, sind viel komplexer und vielfältiger, politische Entscheidungen sind sehr oft unmittelbar spürbar und betreffen die Menschen direkt. Von daher ist es nur logisch, dass die Betroffenen in die Entscheidungsfindung eingebunden werden. Das bedeutet kompakte Information, gemeinsame Diskussion, die Lösung von Konflikten und die Schaffung eines Ausgleichs von Interessen, geleitet von unabhängigen ModeratorInnen. Entscheidungen, die auf diese Weise zustande kommen, müssen von den politischen VertreterInnen ernst genommen werden. Damit kommt die Politik zu den BürgerInnen zurück und sie erhält gleichzeitig eine neue Qualität. Klar ist das auch anstrengend, immerhin muss sich Frau und Mann auch auf einen solchen Prozess einlassen, sich Gedanken machen und mitarbeiten. Aber ein Spielplatz, der so entsteht, ein Jugendzentrum, eine Straße oder sogar ein neuer Stadtteil sind genauer auf die Bedürfnisse und Wünsche der NutzerInnen abgestimmt, eine neue Lebensqualität ist das Ergebnis. Das ist nur EIN gutes Argument, heute wählen zu gehen und sich für DIE Bügermeisterin zu entscheiden, die die Garantin für diese Art von Politik ist!

Montag, 16. April 2012

Tag 1: DANKE!!!

Liebe Grün-Wählerinnen und Grün-Wähler! Herzlichen Dank an euch alle für eure Stimme und euer Vertrauen! Spannend bleibt's auf jeden Fall - wir wollen in die Koalition und sind für die Verhandlungen gut gerüstet - ihr habt uns dafür sehr gut ausgestattet! Danke!

Donnerstag, 12. April 2012

Tag 4,3: Geburtstag

Liebe LeserInnen, trotz Wahlkampf geht das Privatleben weiter (wenn großteils auch ohne mich :)), und so kommt es, dass ich den letzten Tag vor der Wahl bei meinen Schwiegereltern im Großen Walsertal verbringen werde. Dort feiert mein Schwiegervater seinen 80igsten Geburtstag und ihn dazu persönlich zu beglückwünschen ist mir schlicht ein Bedürfnis. Für Samstag, den allerletzten Wahlkampftag zur GR-Wahl 2012, wünsche ich meinen KollegInnen gutes Wetter und dann ein tolles Straßenkunstfest! Danach gilt: Bitte kommt zur Wahl und gebt uns eure Stimme! Bevor wir Sonntag Abend ab 19.00 Uhr gemeinsam in der Wilderin mit euch feiern möchten ...

Mittwoch, 11. April 2012

Tag 7, 6, 5: Problemkinder?

Neulich lese ich in unserer landesweiten Tageszeitung den Begriff "Problemkinder". Jetzt kenne ich zwar das Wort "Problembär" - und selbst da empfinde ich den Begriff schon als Problem - aber von Problemkindern in Zusammenhang mit Verhaltensauffälligkeiten zu sprechen ist schlicht unzulässig! Für mich gibt es ausschließlich Kinder, die Probleme haben, und die deshalb Probleme machen. Das gleiche gilt für die jungen Männer aus den Maghrebstaaten, die hier Drogen verkaufen, auch sie haben Probleme und machen aus diesem Grund welche. Aber kein Kind und kein Marokkaner ist selbst ein Problem. Denn damit wären wir wieder da angelangt, wo wir zeitgeschichtlich gesehen vor über 70 Jahren schon einmal waren, als auch sogenannte "Problemkinder" in KZs ermodert wurden.

Sonntag, 8. April 2012

Tag 15,14,13,12,11,10,9,8: Der ÖVP-Osterhase

Ich gebe zu, der Wahlkampf hält mich von meinem Blog ab :) Dafür war gestern der Osterhase bei mir - sein erster Besuch seit immerhin fast 30 Jahren! Ich weiß auch, dass es ein schwarzer war, obwohl die Eier rot und gelb sind. Dabei ist gerade der schwarze Hase bekannt dafür, dass er gelb nicht mag, bei rot bin ich mir nicht sicher. Grün war jedenfalls nicht dabei, wobei das Ei natürlich nur außen grün sein darf, innen ist die Farbe ja weniger empfehlenswert ... abgesehen davon würde ich mir auch keinen grünen Hasen wünschen, die gibt es ja selbst bio nicht wirklich. Bei längerem Überlegen bin ich aber richtig froh, dass mir der schwarze Hase keine faulen Eier ins Nest gelegt hat, weil davon hat er momentan ja wohl mehr als genug!

Samstag, 31. März 2012

Tag 18, 17 und 16: Träume

"Politik kann Menschen nicht glücklich machen, aber Politik kann Menschen unglücklich machen, direkt und unmittelbar in Diktaturen, indirekt und mittelbar, wenn sie sich mit Verhältnissen abfindet, an denen die Träume und Hoffnungen junger Menschen zerbrechen. Politik macht einen Unterschied, wenn es darum geht, mehr Chancen für Menschen zu schaffen, ihr Leben so zu leben, wie sie es - unter Wahrung der Interessen der Gemeinschaft - für gut und richtig erachten, und zwar heute und morgen, und nicht gestern und vorgestern." (Selbstdefinition der ÖVP zitiert aus dem Koalitionspapier der schwarzgrünen Regierung in Graz 2008) Warum fällt mir da immer wieder die junge zweisprachige Kindergartenassistentin B. ein, die seit Jahren in Innsbruck keine Stelle in einem städtischen Kindergarten bekommt, nur weil sie Kopftuch trägt?

Mittwoch, 28. März 2012

Tag 21, 20 und 19: Murmeltier

Das Murmeltier ist ein scheues aber geselliges Wesen, das in Kolonien lebt. Es wohnt in schlichten, gemütlichen Erdhöhlen und ernährt sich vegan. Das Murmeltier hat ein ausgeprägtes Sozialverhalten, es kommuniziert viel und eng mit anderen indem es seine Nase an der Nase eines anderen Murmeltieres reibt. Es berührt gern andere und zusammen liegen sie in der Sonne. Es passt auf die anderen auf, indem es vor Gefahren durch Pfiffe warnt. Wenn es mit einem anderen Murmeltier kämpft, dann in aufrechter Haltung. Jetzt ist das Murmeltier tot, weil Sie Herr Landeshauptmann Platter es geschossen haben. Dabei hätten Sie noch so viel von ihm lernen können - für sich und Ihr Amt!

Sonntag, 25. März 2012

Tag 24, 23 und 22: "Ich-AG"

Seit Freitag beherrscht die bisher politisch wenig visionäre ÖVP-Nationalratsabgeordnete, dafür aber konsequente "Ich-AG" Karin Hakl die Schlagzeilen sowohl national als auch Innsbruck-lokal mit ihrer Verstrickung in die Telekom-Affäre. Ich kenne andere "Ich-AGs" aus dem ÖVP-Umfeld, die in einer Hinsicht ebenfalls Karin Hakls sind: unfähig zur Selbstkritik und ohne jedes Unrechtsverständnis. Da nehme ich die lokale ÖVP mit ihrer Ableger-Fraktion FI nicht aus. Auch ihren ProponentInnen fehlen diese spezifischen sozialen Fähigkeiten: wenn etwa der Listenzweite und ehemalige Spitzenkandidat der ÖVP Franz Gruber auf die Frage, ob er sich von Unternehmern auf die Jagd hat einladen lassen, sofort mit der Gegenfrage antwortet, ob die Einladung auf ein Cola unter Freunden auch schon Bestechung sei; oder wenn die Bürgermeisterin und Spitzenkandidatin der gelben ÖVP, Christine Oppitz-Plörer, auf den Hinweis einer nicht erfolgten Absage ihrer Teilnahme an einem interkulturellen Fest scharf zurückweist und stattdessen den Fehler bei den Veranstaltern sieht. Wie sympathisch ist mir da ein Grünes Team mit Selbstzweifeln, das aufrichtig an positiven gesellschaftlichen Veränderungen arbeitet und dafür wahlkämpft! Wenn ihr das auch meint, dann wählt am 15. April Grün!

Donnerstag, 22. März 2012

Tag 26 und 25: Frauenleben

Frauenleben und Frauenprobleme - manchmal denke ich mir es hat sich in den letzten 50 Jahren gar nichts verändert. Wir machen immer noch den Haushalt, wir erziehen die Kinder und wir haben auch noch einen wenn nicht mehr Jobs, vielleicht noch eine Ausbildung dazu. Und trotzdem gelingt kein unabhängiges, nämlich ein von einem Ernährergehalt unabhängiges Frauenleben, wenn der Mann sich weiter als Single fühlt und auch so lebt, kurz mal nach Malta fliegt und beim Frühstück sagt: "Morgen bin ich nicht da"; wenn er zwar Kinder wollte aber sich nicht am Familienleben beteiligt; wenn sie alles um sein Leben herum organisiert ohne dass er es je bemerkt geschweige denn wertschätzt; wenn das Geld schon fürs Essen kaum reicht obwohl er gut verdient; wenn sie für jede kleine Extraausgabe um Geld bitten muss; wenn es nach jahrelanger Ehe einfach nicht mehr auszuhalten ist und er sich aber nicht scheiden lassen will, weil warum soll er auch noch für die Kinder bezahlen und den Haushalt selbst machen; wenn Ausziehen nicht in Frage kommt, weil es dann eben überhaupt nicht mehr reicht zum Leben; wenn mir die Freundin gegenübersitzt und sagt: du bist ein Geschenk weil mit dir kann ich darüber sprechen.

Dienstag, 20. März 2012

Tag 27: Wenn Dean Koontz ...

... nicht so spannend wär, dann würde mir heute tatsächlich noch was einfallen; so aber - bis morgen :)

Montag, 19. März 2012

Tag 28: Abschiede

Die gibt es, auch wenn die Wahl noch nicht geschlagen ist. Heute beim SeniorInnenausschuss kam doch ein bisschen Wehmut auf, war es doch der vermutlich letzte des Kollegen, der ihn bisher leitete. Kurz darauf spreche ich mit einer anderen Kollegin aus der SPÖ, die nicht mehr kandidieren wird. Auch ihr fällt der Abschied aus der Politik nicht nur leicht. Und dann muss ich an meine eigenen KollegInnen aus dem Klub denken, die ihr Leben lang motiviert und engagiert politisch tätig waren, vielfach in der Position der PionierInnen. Auch sie haben erst lernen müssen bewusst wegzubleiben. Mitten drin im Wahlkampf beneide ich sie fast ein wenig, keine nächtlichen Blogeinträge mehr, keine langen Sitzungen, keine Unsicherheit über die eigene Zukunft - und trotzdem weiß ich: politisch zu sein geht auch ohne Mandat, und das ganz sicher entspannter!

Sonntag, 18. März 2012

Tag 29: Einfach Sonntag?

Das muss auch sein im Wahlkampf: Blumen, Bienen und Wind - der könnte im Übrigen auch in den Redaktionen unserer verehrten Innsbrucker Medien stärker wehen und diese seltsame Ansage von nur einem spannenden Thema im Wahlkampf aus den Journalistenköpfen blasen. Ja es geht darum, wer BügermeisterIn wird. Und VOR ALLEM geht es darum, welche Partei unsere Stadt gestaltet, wer in den nächsten 6 Jahren Innsbruck lebenswerter und demokratischer macht! Duelle waren etwas, das meines Wissens nach im Mittelalter stattgefunden hat. Heute geht es doch um ganz andere Fragen, nämlich ob wir uns das Wohnen noch werden leisten können, ob wir hinnehmen, dass sich's einige an der Macht immer noch richten (können), ob Kinder im Winter weiter unter der feinstaubgesättigten Luft leiden müssen, ob es Sonderanstalten für pflegebedürftige SeniorInnen und Kinder mit Behinderung weiter geben soll - DARAUF braucht es Antworten, jetzt. DAHER: damit die Schwärze nicht auch noch unsere Hirne erreicht, bitte wählt GRÜN!

Samstag, 17. März 2012

Tag 30: Die Frage des Tages ...

... hat mir heute ein Schüler gestellt, der bei der Podiumsdiskussion im Gymnasium in der Au letzten Donnerstag dabei war: "Die ÖVP mag Sie nicht, oder?" Ja und nein, hab ich darauf gesagt. Selbstverständlich haben wir unterschiedliche politische Ansichten und ein Arbeitsverhältnis, zu dem die Bühne dazugehört und auf der wir uns auch befetzen können. Andererseits sind wir einfach auch schlicht nur ArbeitskollegInnen mit oft demselben Arbeitsumfeld wie zB dem Gemeinderat und denselben Erfahrungen in der politischen Arbeit. Von daher müsste die Antwort wohl lauten: Nein, als ÖVP und Grüne mögen wir uns nicht, als Menschen haben wir zumindest ein gegenseitiges Verständnis füreinander.

Freitag, 16. März 2012

Tag 31: Ich muss mich entschuldigen ...

... weil ich mir erlaubt habe, den Wahlkampf um einen Tag zu verlängern. Was für eine Verschwendung von Steuergeld! Aber auf der anderen Seite: was wäre, wenn wir die Chance hätten, den Tag 37 tatsächlich noch einmal zu erleben? Würde ich mich mit denselben Leuten um dieselben Dinge streiten, nur noch einen Tag länger, oder hätte ich mir da viele Sachen anders überlegt, würde mich vielleicht gleich entschuldigen und die Sache wäre beigelegt statt bis Tag 35 oder gar 25 damit zu warten? Manche Tage sollte es aber wirklich doppelt geben - zum Beispiel eine rauschende Ballnacht oder der Tag an dem frau sich verliebt hat. Wahlkampftage fallen da wohl seltener darunter ...

Donnerstag, 15. März 2012

Tag 33: Wenn SchülerInnen mit PolitikerInnen ...

... diskutieren, dann wollen sie's genau wissen, fragen nach und beharren auf der Beantwortung ihrer Fragen - super! Genau so war es heute bei der Diskussion mit SchülerInnen der 5. Klassen des Bundesrealgymnasiums in der Au (oder 5. Gym)zur Gemeinderatswahl. Die Debatte zwischen Vizebürgermeister Gruber, Bürgermeisterin Oppitz-Plörer, Angela Eberl, mir und den Jugendlichen war emotional und kontroversiell, es gab Angriffe und Gegenangriffe und einige aufgelegte Elfer für uns Grüne: Wer hat eine saubere Weste und versinkt nicht im Korruptionssumpf, wer hat die Gleichberechtigung auf seinen Listen verwirklicht und bei welcher Partei dürfen alle mitreden? Solche Diskussionen sind lebendig und machen Spass, sie motivieren mich für den Wahlkampf - daher DANKE an euch, liebe Schülerinnen und Schüler der 5. KLassen des BRG in der Au!

Mittwoch, 14. März 2012

Tag 34: Eine neue Partnerstadt für Innsbruck!

Und zwar eine mit hoher symbolischer Bedeutung täte not. Denn angesichts des dauernden Elends der Roma und Sinti in der EU, besonders in Rumänien, Italien und der Slowakei, wäre doch eine Idee, mit einer Ortschaft eine Städtepartnerschaft einzugehen, wo überwiegend Roma leben. Jedenfalls gibt es diese Idee schon länger und stammt auch nicht von mir, sondern von Pfarrer Wolfgang Pucher aus Graz und Rudolf Sarközy, dem Obmann des Kulturvereins Österreichischer Roma, die gemeinsam gegen das Bettelverbot in österr. Städten aufgetreten sind. Sie beide waren gestern Dienstag Gäste des Instituts für Politikwissenschaft und der Gesellschaft für politische Aufklärung. Angesichts der langjährigen Beziehungen einiger Roma aus der Ostslowakei zum Caritas Integrationshaus hier gäbe es für die Idee einer Städtepartnerschaft jedenfalls eine gute Basis!

Dienstag, 13. März 2012

Tag 35: Fragen an mich selbst

"Heut' mach mich mir kein Abendbrot, heut' mach ich mir Gedanken" hab ich kürzlich auf einem Jausenbrettl gelesen. Gedanken mache ich mir gerade über die Fragen der SchülerInnen der 5. Klassen des Bundesrealgymnasiums in der Au bzw. dem 5. Gym. Die zwingen mich echt zur Selbstreflexion mit Fragen wie: Warum sind Sie Politikerin geworden? Wofür stehen Sie ein? Was gefällt Ihnen an Ihrer Partei besonders? Würden Sie Jugendlichen raten in die Politik zu gehen? Was hat Sie motiviert bei der Wahl anzutreten? Alle diese Fragen sollten wir PolitikerInnen uns viel öfter stellen. Wobei es sicher ungesund wird, wenn genau diese Fragen einer/m jeden Tag in den Sinn kommen!

Montag, 12. März 2012

Tag 36: Dr. Christoph Platzgummer

Heute ist also das neue Plakat mit dem neuen Spitzenkandidaten der neuen ÖVP präsentiert worden, nur halt mit einem alten Namen. Aber das Plakat des neuen alten Spitzenkandidaten gefällt mir - ehrlich! Zwar nicht das "konstruktiv" auf blauem Grund und auch nicht das "bürgerlich" auf grauem; dafür das "verlässlich" auf grünem Grund. Denn d i e s e s Attribut ist verlässlich eines, das wir Grüne für uns beanspruchen können, Verweise gäbe es viele, zum Beispiel den Korruptionsuntersuchungsausschuss, Switak und Co, etc. Schön also, wenn die ÖVP jetzt Werbung für uns Grüne macht - in der richtigen Farbe und mit dem richtigen Eigenschaftswort - verlässlich!

Sonntag, 11. März 2012

Tag 37: Margaret Thatcher

Eine Freundin hat mich nach einem wahlkampffreien Sonntag ins Kino zu Meryl Streep und ihrer Darstellung der Eisernen Lady geschleppt. Entgegen anderen Meinungen gefällt mir die Perspektive der alten Frau, aus der ihre Geschichte erzählt wird. Sie ist ein Mensch, der seinen frühen Prägungen genauso wenig entkommt wie wir alle und die sehr spät entdeckt, dass sie hätte ihr Leben schon viel früher ausmisten sollen. Sie war zweifellos eine imposante Politikerin und manches an ihr erinnert an Hilde Zach: die Hartnäckigkeit, die Härte zu anderen und sich selbst, das perfekte Styling und das Nachdenken im Stillen, vielleicht oft erst im Nachhinein. Wie es Margaret Thatcher jetzt wohl geht, der alten Dame?

Samstag, 10. März 2012

Wahltagebuch: Tag 37

Hatte grad 3 Stunden Nachhilfe in Basisdemokratie: das Projekt "Vernetzt Wohnen - Innsbruck Tallage" macht eindeutig Fortschritte, auch wenn sie noch so klein und mühsam errungen sind - aber 27 Menschen, die nichts vereint außer dem Wunsch gemeinschaftlich zu wohnen, auf einen Nenner zu bringen, gleicht jedesmal wieder einer Herkulesaufgabe in Kommunikation. Und trotzdem kommt immer das Richtige, das Adäquate, das Notwendige heraus! Und womöglich wohnen wir in 3 Jahren tatsächlich gemeinschaftlich in einem Haus mit Garten und Bibliothek, Werkstatt und Musikzimmer, energieeffizient und leistbar, solidarisch und urban.

Freitag, 9. März 2012

Wahltagebuch: Tag 38

Langsam gewöhne ich mich an meinen eigenen Anblick in der Stadt :)

Donnerstag, 8. März 2012

Wahltagebuch: Tag 39

Heute hab ich mir 2 Stunden Auszeit geleistet, mitten am Vormittag. Hab am Stadtrand ein bisschen Frühling eingekauft, ein schickes neues Kleid für den Fauteuil im Wohnzimmer. Das ist der Vorteil als Gemeinderätin, frau kann sich frei entscheiden, wann sie die Büroarbeit macht und wann sie die Wäsche aufhängt. Beim Mittagessen wird's schon schwieriger, wie der Begriff Mittag schon sagt, und wann ich mit den Kindern Hausaufgaben mache hängt auch nicht (nur) von mir ab. Um meine Pension muss ich mir dafür keine Gedanken machen als Politikerin, auf die habe ich nämlich gar keinen Anspruch. Was mir die zusätzliche Freiheit gibt, mich neben Familie und Politik um einen "richtigen" Beruf zu kümmern. Weil 39 war ich mal, jetzt ist's dann vorbei mit freier Zeiteinteilung ... und morgen ist Tag 38, der Tag nach dem Weltfrauentag, dem Tag des Grünen Frauenfests in der SOWI-Mensa um 20.00 Uhr!

Mittwoch, 7. März 2012

Wahltagebuch: Tag 40

Morgen ist Weltfrauentag: Zeit auch einmal Danke zu sagen für die oft kritische, immer herausfordernde und genauso kreative Zusammenarbeit, für die geselligen Sitzungen nach den Sitzungen, für's Zusammenfinden auch wenn's weit auseinander gegangen ist an meine Grünen Kolleginnen im Innsbrucker Klub: Lore, Uschi, Ulli, Doris, Sonja, Marcela, Kathi, Vicky, Petra, Chrissi, Babsi und selbstverständlich Brigitte; an Jutta und Brigitte von der Grübi; an Christine und Maria von den Grünen Frauen; an Ingrid, Iris, Julia, Alex und Christine im Landesbüro. Am Freitag um 20.00 Uhr feiern wir uns und alle Frauen weltweit in der SOWI-Mensa, kommt alle hin und feiert mit!

Dienstag, 6. März 2012

Wahltagebuch: Tag 41

Ich habe eine Freundin, die mich oft mit dem Satz aufmuntert, dass jeden Tag alles anders sein kann ... ganz sicher stimmt das für die Politik, wofür die Rückkehr Christoph Platzgummers heute ein weiteres Beispiel ist. Da - weg - wieder da - das kennen wir ja schon. Ob das für die ÖVP gut ist? Ihre Darstellung der Gründe für den Wechsel an der Spitze klingen in meinen Ohren nur seltsam wirr, fast entrückt, wenn da etwa die Rede von einem Linksruck bei der Bürgermeisterin ist. Schade finde ich, dass Franz X. Gruber sich offenbar nicht zu schade dafür ist, die "gelb-grün-rote Gefahr" an die Wand zu malen - das hat 2006 noch ein obskures Personenkomitee übernommen, jetzt macht das die ÖVP wohl lieber gleich selbst. Zu Mittag hatte Franz Gruber noch mein Mitgefühl - von der Spitze abzutreten so kurz vor der Wahl ist sicher kein leichter Schritt. Inzwischen schaut es so aus, als ob er tatsächlich freiwillig zum Kronprinz geworden ist - frau darf gespannt sein, was weiter passiert ...

Montag, 5. März 2012

Wahltagebuch: Tag 42

Ja klar hätte ich mein Wahltagebuch auch election diary etc. nennen können, aber in Zeiten omnipräsenter Anglizismen und anderer Fremdwörter schreibe ich ab heute schlicht ein Wahltagebuch mit meinen Eindrücken vom Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf 2012. Langsam füllt die Stadt sich mit Plakaten und da fällt schon auf, wie schön wir alle über Nacht geworden sind, entspannt und glücklich - ich bin's jedenfalls wenn ich an die nächsten Ferien n a c h dem Wahlkampf denke ;) Aber morgen schon kommt der Frühling zurück (ganz sicher!) und bei Sonnenschein und Vogelgezwitscher ist standln fast wie Urlaub!

Freitag, 24. Februar 2012

Darum möchte ich die inklusive Schule,

das heißt die Integration behinderter Kinder in die Schule, in die sie auch gehen würden, wenn sie nicht behindert wären: nicht nur, weil es dafür klare gesetzliche Vorgaben gibt, zum Beispiel die UN-Konvention aus dem Jahr 2008. Sondern weil es für ALLE Beteiligten ein Gewinn ist. Es ist normal, verschieden zu sein - ja genau! Aber das festzustellen allein ist zu wenig, was es braucht ist die Realität der Verschiedenheit. Dass es da zu Konflikten kommt, ist ebenso normal, ist so normal wie das Leben selbst. Und damit umzugehen lernen muss endlich auch normal werden, weil die soziale Kompetenz zu erwerben, mit Konflikten (gewaltfrei) umzugehen etwas ist, das jede und jeder ein Leben lang braucht. Daher: kein Kind mit Verhaltensauffälligkeit, kein Kind mit Sprachschwierigkeiten und kein Kind mit Behinderung in die Absonderung, in die Sonderschule! Dafür: alle SonderschullehrerInnen in die Regelschulen, ihre Kompetenzen sind dort gefragt. Denn: zum Glück ist es normal, verschieden zu sein!

Dienstag, 31. Januar 2012

Was darf ein Talent?

In der Politik vieles, bei den Grünen fast alles. Jede und jeder kann sich der Wahl durch die Grünen Mitglieder stellen und sich so für einen Platz auf der Liste bewerben. Die Ausübung des freien Mandats ist bei uns Grünen tatsächlich frei, nämlich befreit vom Klubzwang und damit von parteihierarchischer Meinungsmache. Talente - besonders wenn sie intelligent und fleißig sind, haben es bei den Grünen also leicht sich zu profilieren und weiterzukommen. Was Grüne aber nicht sind - und deshalb bin ich eine Grüne - ist eine Ein-Mann-Fraktion oder eine One-Woman-Show. Politische Talente, die Intelligenz und Fleiß ausschließlich und skrupellos dem eigenen Machtstreben widmen, erliegen oft diesem Irrglauben. Politik, und besonders Grüne Politik, braucht viele Menschen, viele Talente, die sich nicht von der eigenen Selbstüberschätzung, dem eigenen Größenwahn korrumpieren lassen. Charakterliches Versagen dieser Art ist auf Dauer für ein Team unerträglich. Anstand und Ehrlichkeit sind nicht nur Etiketten auf der Grünen Verpackung, daran sollten sich die Mitglieder bei der nächsten Wahl erinnern.

Mittwoch, 11. Januar 2012

Nachhilfe in alternativer Pflegepolitik

Neulich bei einem Pressegespräch mit einem Vertreter eines bekannten Kleinformats ist mir wieder einmal klar geworden wie wichtig es ist, in der Debatte um alternative Pflegekonzepte immer wieder ganz von Vorne anzufangen, und: sich nicht irritieren zu lassen! Daher hier die wichtigsten Argumente für eine Abkehr von den "Bettenplänen" zum Nachlesen. 1. Das Problem: es gibt zwar Bedarfspläne für Pflegebetten auf den Tischen der verantwortlichen PolitikerInnen - in Innsbruck ist das Sozialreferent Franz Gruber - aber diese treffen den Bedarf nicht. Obwohl die Folgekosten in der stationären Pflege nicht finanzierbar sind, werden weiter große Häuser gebaut - wie aktuell das WH O-Dorf. Die Bettenpläne sind Ausdruck für eine große Hilflosigkeit und auch Unsicherheit aufgrund mangelnder politischer Kompetenz in Pflegepolitik. 2. Der Bedarf: Es ist der Herzenswunsch einer überwiegenden Mehrheit der Menschen, zu Hause, in den eigenen vier Wänden, alt und auch gepflegt zu werden. Am wichtigsten in diesem Zusammenhang ist die Sicherheit, dass jemand da ist. 3. Zentral: Um abzuschätzen, wer wirklich stationäre Pflege braucht und wer nicht, braucht es ein Case Management, das sich an den Bedürfnissen des/der KundIn orientiert und nicht in erster Linie leere Betten vermeiden will. Denn die "Politik der vollen Betten" schafft immer neuen Bedarf an Betten. In Innsbruck haben wir genau aus diesem Grund die absurde Situation, dass wir mit 126% den Bedarf übererfüllen und trotzdem immer weiter Betten "brauchen", weil die 126% bereits ausgelastet sind. 4. Die Lösung: Mithilfe eines unabhängigen Case Management wird eruiert, welche Art von Unterstützung eine Person braucht und wie viel davon durch die familiäre/private Situation abgedeckt werden kann. Ab da muss das Angebot bzw. die Struktur vielfältig sein und nicht nur zweidimensional ambulant und stationär: es braucht die Durchlässigkeit zwischen Unterstützung daheim, Übergangspflege, Tages-und Kurzzeitpflege, betreutem Wohnen und stationärer Pflege - insgesamt die echte Wahlfreiheit für die KundInnen und die Angehörigen. Weil auch in der Stadt gibt es einen hohen Anteil an Pflege zu Hause und die Pflegenden brauchen einen Angebot, das genauso auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist. Insgesamt ist dieses System aufwändiger zu organisieren, aber in der Wirkung kundInnenorientiert und dauerhaft finanzierbar. Wer das sagt? Der Nachhilfelehrer in Ludesch/Vbg., Dieter Jenny.
 
Renate Krammer-Stark - innsbruck.gruene.at